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Phytolithenanalyse – der Nachweis längst vergangener Pflanzen

Phytolithen sind Silikatablagerungen, die von lebenden Pflanzen gebildet werden: Im Grundwasser gelöstes Silikat wird von den Pflanzen aufgenommen und (meist) in Epidermiszellen eingelagert.

Da sie anorganisch sind, werden Phytolithen nicht zerstört, wenn die Pflanze verrottet oder verbrannt wird. Sie gelangen vielmehr in den Boden, sind unter geeigneten Bedingungen praktisch unbegrenzt erhaltungsfähig und können durch Dichtetrennung wieder aus dem Sediment extrahiert werden. Phytolithen liefern somit Hinweise auf Pflanzen, von denen keine anderen sichtbaren Reste mehr vorhanden sind.

So können durch Phytolithenanalyse beispielsweise Strohschüttungen in Viehställen nachgewiesen werden; auch kann geklärt werden, ob ein Dach mit Holz oder mit Stroh gedeckt war; ob in einer Speichergrube Weizen, Gerste oder Hirse gelagert war; ob der Herd mit Holz oder Viehdung beheizt wurde; selbst der Weg, den die Bewohner eines Hauses regelmäßig vom Herd zum Abfallhaufen nahmen, ist mittels Phytolithenanalyse nachvollziehbar.

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